Eine Antwort auf: Mögliche Schädigung der geistigen und körperlichen Gesundheit durch den Kontakt mit der Neuen Kadampa Tradition (NKT-IKBU), 17. Januar 2020

Überblick

Eine der ausführlichsten und vernichtendsten Kritiken der Neuen Kadampa Tradition (NKT) stammt von einer klinischen Psychologin namens Dr. Michelle Haslam. Die meisten Kritikpunkte von Dr. Haslams basieren auf Nichtzustimmung mit und/oder Missverständnissen des Buddhismus im Allgemeinen; die NKT begrüßt die Gelegenheit, diese zu diskutieren. Dr. Haslam war für kurze Zeit Bewohnerin des Nagarjuna Kadampa Meditation Center in Northamptonshire, England. Über das Wesen des Kadampa Buddhismus beunruhigt, schrieb sie einen langen Bericht, in dem sie ihre Bedenken detailliert darlegte und auch tägliche Videos veröffentlichte. Die NKT hat bis jetzt nicht auf Dr. Haslams Kritik geantwortet. Wir hoffen, dass dieser Artikel einige ihrer Bedenken anspricht und hilft, einige Missverständnisse auszuräumen.

Einführung

Wie wir sehen werden, beziehen sich viele der Bedenken von Dr. Haslam auf den Inhalt von Buddhas Lehren und nicht auf die Übungen der NKT. Seit 1991 versucht die NKT, die Lehren des Buddha überall auf der ganzen Welt  für die moderne Gesellschaft zugänglich zu machen. Wie auf dieser Seite erklärt, hat die NKT aus Fehlern gelernt, die auf diesem Weg von Lehrern, Managern und anderen gemacht wurden, und ist entschlossen, sich weiter zu verbessern. Während die NKT mit Dr. Haslam darin übereinstimmt, dass es wichtig ist, alle Problembereiche aufzuzeigen, die es in der  Organisation gibt, ist sie jedoch auch ernsthaft besorgt über ihre Missverständnisse des Buddhismus, weil diese zu ungerechtfertigter Kritik geführt haben. Wenn Menschen ihr glauben, werden sie davon abgehalten, NKT Zentren und auch andere buddhistische Zentren zu besuchen und so werden sie keinen Nutzen aus Meditation und Buddhismus ziehen können. Der Bericht von Dr. Haslam ist über 100 Seiten lang. Obwohl es möglich wäre, Punkt für Punkt darauf einzugehen, werden die Hauptkritikpunkte jedes Abschnitts aus Zeit- und Platzgründen so kurz wie möglich behandelt. Wenn Sie Fragen zu anderen Punkten in ihrem Bericht haben, stellen Sie diese Fragen bitte in den unten stehenden Kommentaren.

  1. Angebliche Rekrutierung

In diesem Abschnitt von Dr. Haslams Bericht wird die NKT beschuldigt, auf einer Rekrutierungskampagne zu sein, um Mitglieder zu gewinnen, indem sie die Vorteile der Meditation falsch verkauft, dabei die offensichtlich falschen Behauptungen aufstellt, dass Meditation bei psychischen Problemen helfen und glücklich machen kann, und die “Gefahren“ der Meditation verschweigt. Sie beschuldigt die NKT auch, Menschen mit „Liebe zu bombardieren”, damit sie Anhaftung an ihr örtliches Zentrum und den dort angebotenen Übungen entwickeln.

Der “Sekten” Vorwurf

Dr. Haslam verwendet das Wort „Sekte“ immer und immer wieder, ohne dies jemals zu definieren oder Beweise dafür zu erbringen. Sie sagt, dass Mitglieder der NKT dies als „triggernd“ empfinden werden, was wahr sein mag, wenn man bedenkt, dass die NKT keine Sekte, sondern Mainstream-Buddhismus ist. Mehr dazu finden Sie in diesem Artikel.
Laut Cambridge Dictionary ist eine Sekte definiert als:

Eine religiöse Gruppe, oft in Gemeinschaft lebend, deren Überzeugungen von vielen Menschen als extrem oder befremdlich betrachtet werden.

Es stimmt, dass diejenigen, die nicht religiös sind, die Überzeugungen einer religiösen Gruppe als extrem oder befremdlich finden können. Dies scheint der Fall bei vielen von Dr. Haslams Einwänden gegen die Übungen der NKT zu sein, die jedoch einfach Übungen des Mahayana Buddhismus sind.
Es ist leicht, den Begriff „Sekte“ als abwertendes Wort für eine Gruppe zu verwenden, mit der man nicht einverstanden ist oder die man für anders oder irgendwie gefährlich hält. Verantwortungsvoll aber wäre es, Belege für eine solche Behauptung zu prüfen, bevor man sie weit verbreitet.
Viele der Unterweisungen, die in den Büchern des Ehrwürdigen Geshe Kelsang zu finden sind, finden sich auch in den Büchern vieler anderer angesehener Lehrer des Buddhismus. Sie sind Mainstream-Buddhismus; es sind keine neuen oder fremdartigen religiösen Ideen ohne Überlieferungslinie oder Grundlage. Mehr über die Bücher erfahren Sie in diesem Artikel.
Dr. Haslam beanstandet den Grad des Guru Yoga, den die Kadampa Buddhisten zum Ausdruck bringen, doch wurde Guru Yoga (auch als „Guru Hingabe“ bekannt und „sich auf den spirituellen Meister verlassen“) von Buddha gelehrt. Es ist möglich, dass diese Lehre von Lehrern (Skt. Guru) missbraucht wird. Der Ehrwürdige Geshe Kelsang jedoch blieb sein ganzes Leben lang sehr bescheiden und behauptete nicht ein einziges Mal, etwas Besonderes zu sein. Dies setzte sich fort, als er verstarb – er wollte keine Zeremonien, er wollte, dass sein Körper in aller Stille eingeäschert und seine Asche ins Meer gestreut würde. Er wollte weder einen Schrein noch einen Stupa als Zeichen der Verehrung. In seinen Worten und Taten machte er immer klar, dass es bei seinen Lehren und seiner harten Arbeit nur um den Dharma und nicht um ihn selbst ging.
Zum Vergleich: Viele Anhänger des Dalai Lama verehren ihn öffentlich als Buddha des Mitgefühls und Gottkönig von Tibet.
Jedes befremdliche oder unkonventionelle Verhalten von Lehrern oder Managern in der NKT muss gemeldet werden und die Organisation befasst sich damit, wie an verschiedenen anderen Stellen auf dieser Seite dargelegt. In seinen mündlichen Unterweisungen ermutigte der Ehrwürdige Geshe Kelsang jeden, der der Meinung ist, dass das Verhalten eines Lehrers nicht mit seinen Dharma Unterweisungen übereinstimmt, ihn zu fragen, warum er diese Dinge tut. Eine der wichtigsten Eigenschaften eines buddhistischen Lehrers ist, ein gutes Vorbild zu sein, das heißt, ein Vorbild in dem Sinn zu sein, die Lehren in die Praxis umzusetzen.
Die NKT ist eine demokratische Organisation, wie in Ein Leitfaden zur moralischen Disziplin – Das Interne Reglement der Neuen Kadampa Tradition beschrieben wird. Der allgemeine spirituelle Leiter, der stellvertretende spirituelle Leiter und der nationale spirituelle Leiter werden vom Ausbildungsrat gewählt. Jeder spirituelle Leiter oder Zentrumslehrer kann wegen unangemessenen Verhaltens entlassen werden. Wenn also jemand zum Beispiel narzisstisch und autoritär ist oder die Mitglieder in eine Richtung führt, die den buddhistischen Prinzipien und dem Internen Reglement widerspricht, wird er entweder abgewählt oder entlassen.

Werden die Vorteile von Meditation durch die NKT falsch verkauft?

Dr. Haslam ist bekennende Atheistin und der Großteil ihrer Kritik an der NKT ist in Wirklichkeit Kritik am Buddhismus, den sie nicht gut zu verstehen scheint. Sie wendet westliche psychologische Theorien auf ihre Kritik am Kadampa Buddhismus an, was nicht immer geeignet ist, da es sich um unterschiedliche Disziplinen mit unterschiedlichen Zielen handelt. Es gibt keinen Unterschied zwischen Dr. Haslams Kritik an der NKT und der Kritik anderer nichtreligiöser Skeptiker an Religion an sich. Solche Kritiken von Atheisten sind nichts Neues.
Der Buddhismus ist eine Religion, die es seit über zweieinhalbtausend Jahren gibt und die unzähligen Menschen Freude, Glück und innere Freiheit gebracht hat. Da buddhistische Meditation seit vielen Jahrhunderten erprobt ist und weil jene, die sie lehren, dies aus eigener Erfahrung tun, kann man mit gutem Grund sagen, dass Meditation helfen kann, Menschen glücklich zu machen. Buddha erklärt, inwiefern innerer Frieden die Hauptursache des Glücks ist und inwiefern Meditation eine Methode ist, inneren Frieden zu entwickeln und zu verbessern. Warum sollte sie nicht funktionieren? Dr. Haslam nennt dafür keine Gründe.
Dr. Haslam äußert ihr Misstrauen gegenüber „Gratisgeschenken“ wie Geshe Kelsangs kostenlosem E-Book Wie wir unser Leben verwandeln. Geshe Kelsangs Motivation, ein buddhistisches E-Book zu verschenken, ist jedoch, Buddhas Lehren den Menschen frei zugänglich zu machen. Auch wenn wir in einer zunehmend materialistischen und egozentrischen Welt leben mögen, ist es dennoch nicht richtig anzunehmen, dass ein solcher Altruismus unmöglich ist, wie Dr. Haslam vermutet. In Wirklichkeit ist er das natürliche Ergebnis buddhistischer Praxis. Ohne diese Methoden selbst zu üben und Erfahrungen mit ihnen zu sammeln, scheint es unvernünftig zu sein, von vornherein zu behaupten, dass sie anderen Menschen nicht helfen können, gütiger und friedvoller zu werden.
Es wäre möglich, Schritt für Schritt durch ihren Bericht zu gehen, um ihr Missverständnis und ihre Geringschätzung der Lehren des Buddha aufzuzeigen, aus Zeitgründen werden jedoch nur einige der Hauptpunkte angesprochen.

Kann buddhistische Meditation bei psychischen Problemen helfen oder nicht?

In seinen 84.000 Unterweisungen gab Buddha viele Erklärungen zu den Ursachen von Leiden und geistigem Unglücklichsein und wie man diese heilen kann. Er erklärte, dass wir, obwohl wir von Natur aus gesund sind, unkontrollierte Gedanken haben, “Verblendungen“ genannt, die wie geistige Krankheiten oder Beschwerden sind, die zu Leiden führen. Buddhistische Meditation hilft deshalb bei vielen Problemen der geistigen Gesundheit wie Wut, Depression, Angst usw. Dies ist die persönliche Erfahrung von Menschen, die meditieren, und einer der Gründe, warum Menschen, die leiden, überhaupt Meditationskurse aufsuchen, in manchen Fällen auf Anraten ihrer Ärzte. Zu behaupten, dass Meditation bei psychischen Problemen nicht helfen kann, wie Dr. Haslam es tut, ist einfach nicht wahr.
Wie Dr. Haslam richtig feststellt, sind die meisten NKT Manager und Lehrer keine Fachleute für geistige Gesundheit (einige schon). Und sie behaupten auch nicht, welche zu sein. Die Kadampa Meditation erhebt weder den Anspruch, Krankheiten wie bipolare Störungen, Schizophrenie, Persönlichkeitsstörungen und so weiter zu heilen, noch zielt sie darauf ab, professionelle psychiatrische Dienste zu ersetzen, die sich auf diese Krankheiten spezialisiert haben. Der Ehrwürdige Geshe Kelsang hat seine Schüler immer ermutigt, sich auf ihre Ärzte zu verlassen. Buddhistische Meditation kann jedoch manchmal helfen und unterstützen.

Ist die NKT ein “Glückskult“?

Dr. Haslam behauptet, dass die NKT ein Glückskult ist, „besessen von Glück“. Nun, wohl jeder ist von Glück besessen, weil jeder immer glücklich sein möchte. Dr. Haslam interpretiert die Behauptung, dass Meditation die Menschen friedvoll und deshalb glücklich machen kann, falsch, indem sie sagt, dass die NKT fordert, dass sie die ganze Zeit glücklich sein sollten.
Es ist für Menschen, die unter Verblendungen leiden – und das sind wir alle – natürlich unmöglich, die ganze Zeit glücklich zu sein. Doch indem wir unsere Verblendungen mit den Methoden, die im Buddhismus erklärt werden, vermindern und schließlich ausmerzen, ist es möglich, zunehmend friedvoller und glücklicher zu werden und schließlich dauerhaft friedvoll und glücklich zu sein. Dr. Haslam kann da anderer Meinung sein, doch dies ist die Lehre des Buddha, was bedeutet, dass sie in Nichtübereinstimmung mit dem Buddhismus ist, nicht mit der NKT.

Betreibt die NKT ein “Love Bombing”?

Dr. Haslam beschuldigt die NKT des „Love Bombing“ – wenn Menschen zum ersten Mal in einen Kurs kommen, ist jeder freundlich und zieht sie somit ‘herein’; später beginnen dann die Probleme. Eine andere Version dieser Kritik: Auf Kadampa Fotos lächeln alle sehr viel, weil es in der NKT darum geht, glücklich und fröhlich zu sein und sich nicht mit negativen Emotionen auseinanderzusetzen.
Der Umgang mit schmerzhaften Gefühlen, ohne sie in irgendeiner Weise zu unterdrücken oder zu verdrängen, ist jedoch wesentlicher Bestandteil buddhistischer Geistesschulung. Es ist notwendig, unsere Verblendungen oder gestörten Geisteszustände zu erkennen und zu lernen, geduldig mit ihnen zu sitzen, um sie allmählich zu vermindern und aufzugeben. Dharma ist ein tiefgründiges Heilmittel und es kann einige Zeit dauern, bis man diese Fähigkeit beherrscht, aber in dieser Weise lernen Buddhisten, Verantwortung zu übernehmen und spirituell zu reifen.
Wenn Menschen zum ersten Mal in ein buddhistisches Zentrum kommen, kann es eine Phase des Honeymoon geben – alle scheinen perfekt zu sein. Doch allmählich treffen Menschen da, wo sie erwarteten Buddhas zu treffen, stattdessen Buddhisten und einige werden durch deren offensichtliche Fehler desillusioniert. Diese Enttäuschung hat in der Regel mehr mit den eigenen Erwartungen zu tun und damit, dass man an Buddhisten höhere Maßstäbe anlegt, was dann dazu führt, ihnen die Schuld zu geben. Es gibt keinen Plan, neue Teilnehmer zu manipulieren oder sie in eine Sekte zu ziehen. Buddhisten sind einfach Menschen, die versuchen ihren Geist zu schulen.

Betreibt die NKT Schmeichelei?

Dr. Haslam behauptet, dass „viele ‘Survivors’ in ihren Aussagen berichten, dass ihnen, als sie zum ersten Mal ein NKT Zentrum besuchten, gesagt wurde, dass sie ‚Prägungen‘ aus einem früheren Leben oder ‚gutes Karma’ haben müssen, um diese Variante des Dharma zu entdecken, und dass sie deshalb ‚besonders‘ sind.” Obwohl es kein Grundsatz der NKT ist, mit Neulingen über karmische Prägungen zu sprechen, kann das manchmal in Gesprächen so sein, weil es buddhistischer Glauben ist, dass die Begegnung mit dem Buddhismus auf früheres Karma durch das Praktizieren des Buddhismus zurückzuführen ist. Das macht die Person jedoch nicht “besonders”. Es ist ein buddhistischer Glauben und keine zynische Methode, um Menschen zu schmeicheln, damit sie sich mehr engagieren.
Kurz gesagt ist es so, dass Dr. Haslam an vielen Stellen in ihrem Bericht deutlich macht, dass sie kein Vertrauen in den Buddhismus hat. Das ist ihr gutes Recht, doch ihr mangelndes Verständnis der buddhistischen Prinzipien ist keine gültige Grundlage, um die NKT zu kritisieren.

  1. Angebliche Übungen und möglicher Schaden

In diesem Abschnitt stimmt Dr. Haslam wieder einmal nicht mit den Übungen des Buddhismus überein, wie sie von der NKT gelehrt werden, und wieder einmal beziehen sich ihre Einwände auf den Buddhismus allgemein und nicht auf die NKT an sich, sodass sie in der Konsequenz den Buddhismus beschuldigt, eine Sekte zu sein.

Dr. Haslam ist der Meinung, dass eine zehnminütige Atemmeditation zu Beginn eines Kurses größtenteils harmlos wäre und genau das ist das Problem: Sie glaubt, dass Meditation gefährlich ist und schädliche Folgen haben kann. Die buddhistischen Meister der letzten 2600 Jahre stimmen alle überein, dass Meditation, wenn sie angemessen vorgestellt wird, nicht schädlich sein kann; und in den letzten Jahrzehnten wurden deren Behauptungen auch durch zahlreiche medizinische und wissenschaftliche Studien untermauert. Noch einmal: Dr. Haslams Problem ist ihr Misstrauen gegenüber dem Buddhismus, nicht der NKT. Ihre Ansichten sind die einer westlichen Psychologin, die verschiedene Abhandlungen und Studien gelesen, selbst aber keine Erfahrung mit Meditation hat.

Dr. Haslam zitiert Liftons (1961) acht Komponenten der Gedankenreform, wie sie von Andres und Lane (1988) entwickelt wurden, und versucht zu zeigen, wie dies auf die NKT zutrifft; aber dies ist wiederum ein falscher Vergleich. Dr. Haslam nimmt nicht die Perspektive einer neugierigen Forscherin ein, sondern die Perspektive von jemandem, der entschieden hat, dass die NKT schlecht ist. Ihre Voreingenommenheit gegen die Tradition scheint sie daran zu hindern, eine objektive Analyse vorzunehmen. Die Liste der Personen, von denen sie behauptet, dass sie ihren Bericht unterstützen, sind fast ausschließlich Anti-NKT-Aktivisten. Auf dieser Grundlage bedient sie sich psychologischer Konzepte, um zu versuchen, ihre Kritik mit einem Anstrich von akademischer Seriosität zu legitimieren.

Sie wirft den Kadampa Praktizierenden „magisches Denken“ vor, weil sie an die Existenz und Handlungen von Buddhas glauben. Das haben sie jedoch mit all den anderen religiösen oder spirituellen Praktizierenden gemein, die an Dinge jenseits des materiellen Bereichs glauben, und ihre Kritik ist einfach die eines jeden anderen Nichtgläubigen. Sie hat auch Probleme mit den Lehren der Leerheit und des buddhistischen Tantra, obwohl diese tiefgründigen und anspruchsvollen Themen seit Jahrhunderten gelehrt werden und bei keinem aufrichtig Praktizierenden zu psychischen Problemen geführt haben. Ganz im Gegenteil.

  1. Wendet die Neue Kadampa Tradition (NKT) Zwang und Kontrolle an, um im Zentrum lebende Mitglieder und freiwillige Helfer zu ermutigen, sich selbst zu vernachlässigen?

In diesem Abschnitt bezichtigt Dr. Haslam die NKT Manager, nicht in der Lage zu sein, die Verschlechterung der geistigen Gesundheit von Zentrumsbewohnern zu erkennen, indem sie alle anderen Wege, mit mentaler Gesundheit umzugehen, außer der buddhistischen Lehre als „entartet“ betrachten und diejenigen, deren mentale Gesundheit sich verschlechtert, davon abzuhalten, eine konventionelle Behandlung aufzusuchen.

Die NKT ist eine spirituelle Tradition, die versucht, diejenigen, die den Kadampa Buddhismus praktizieren wollen, mit buddhistischen Lehren und Ratschlägen zu unterstützen. Manager und Lehrer sind im Großen und Ganzen keine ausgebildeten Fachleute für geistige Gesundheit und wenn jemand ein Problem mit seiner geistigen Gesundheit hat, wird er ermutigt, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und bei Bedarf Medikamente zu nehmen. NKT Lehrer und Manager wären besorgt, wenn sie von der sich verschlechternden psychischen Gesundheit eines Bewohners erfahren würden, und wenn jemand in Schwierigkeiten ist, werden die Manager mit Sicherheit versuchen zu helfen und diese Person zu ermutigen, professionellen Rat und Anleitung zu suchen. Lesen Sie die Kommentare unten, um ein Beispiel zu finden, wie der Ehrwürdige Geshe Kelsang dies ermutigte.

Dr. Haslam hat auch das buddhistische Konzept der Selbstwertschätzung missverstanden und setzt es mit Selbstfürsorge gleich, obwohl es alles andere als das ist. Ihre Behauptung, dass die NKT von Selbstfürsorge abrät, ist offenkundig unwahr, was jeder sehen kann, der sich die Kurstitel in den NKT Zentren ansieht, da Selbstfürsorge häufig gelehrt wird. Natürlich müssen Menschen für sich selbst sorgen und dürfen ihr Wohlbefinden nicht vernachlässigen, sonst können sie weder spirituellen Fortschritt machen noch anderen helfen.

Die NKT wird von Dr. Haslam auch beschuldigt, ihre Manager, Lehrer und Freiwilligen zu überlasten. Wir sprechen das hier an.  Manager müssen das Geschick haben, Mitarbeiter und Freiwillige nicht unter Druck zu setzen, doch Menschen müssen auch persönliche Verantwortung dafür übernehmen, wie viel sie arbeiten. Es ist möglich, dass man ungeschickt ist und zu viel arbeitet, aber das kann in jeder Organisation passieren und es ist etwas, vor dem man sich schützen sollte.

  1. Der angebliche Missbrauch

Dr. Haslam wirft einzelnen Managern schlechtes Verhalten vor. Es stimmt, dass Menschen aufgrund von Verblendungen und einem Mangel an Schulung oder Erfahrung schlecht oder unvernünftig handeln können, und dies hat einige Menschen dazu gebracht, die Tradition zu verlassen. Das ist wirklich traurig und zutiefst bedauerlich. Schlechtes Verhalten ist zu keiner Zeit akzeptabel. Missbrauch darf auf keinen Fall toleriert werden. Er muss benannt und angesprochen werden, und es gibt innerhalb der NKT Wege, dies zu tun, von der Meldung an Zentrumsmanager bis hin zur Meldung an das NKT Büro selbst. Die NKT hält sich selbst an hohe Standards, die mit den buddhistischen Geboten, dem Internen Reglement und allgemeiner Güte übereinstimmen, und versucht immer dazuzulernen.

  1. Die angebliche Institutionalisierung und der Mangel an Kapazitäten

Dr. Haslams nächste Behauptung ist, dass durch das Leben in einem NKT Dharmazentrum die Bewohner institutionalisiert werden können und nicht mehr in der Lage sind, unabhängig in der Außenwelt zu leben, und dass dies dann zur Abhängigkeit vom Zentrum und von der Tradition führt. Dies ist ganz klar nicht die Idee der NKT und wir begrüßen die Gelegenheit, dies anzusprechen.

Der Buddhismus lehrt Menschen, Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen, damit sie ihr Mitgefühl und ihre Weisheit verbessern und Verantwortung für das Glück und die Freiheit anderer übernehmen können. Jeder muss die Verantwortung für seinen eigenen spirituellen Weg übernehmen. Manchmal befolgen Menschen die Regeln in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Schule, in der Armee, im Kloster oder im spirituellen Zentrum usw. nicht aus eigenem Antrieb, sondern weil man es ihnen sagt, es von ihnen erwartet oder weil sie Angst haben, es nicht zu tun – wie Kinder. Die tatsächliche moralische Disziplin beruht jedoch auf unserer eigenen Unterscheidung, was zu tun und was zu unterlassen ist, und unserer eigenen daraus resultierenden erwachsenen Entscheidung/Absicht.

Die große Mehrheit der NKT Praktizierenden lebt außerhalb eines Zentrums und es gibt keinen Druck und keine Erwartung, dass jemand in ein Zentrum als Bewohner einzieht. Unabhängig davon, ob jemand ein Bewohner ist oder nicht, kann er, wenn er ein Zentrum besucht und mit den Jahren nicht wirklich glücklicher, offener und flexibler wird, überprüfen, ob er freiwillig die Verantwortung für die Schulung seines oder ihres Geistes übernimmt oder ob er in institutionelle Denk- und Verhaltensweisen verfallen ist. Auch wenn Menschen zu sehr an ihrer Position in der „Hackordnung“, an ihrem Job oder ihrem Status innerhalb der Organisation hängen und um sie besorgt sind, ist dies ein Hinweis darauf, dass sie das mit Aufrichtigkeit persönlich adressieren müssen.

  1. Die angeblichen Zentrumswechsel, “Sektenwechsel” und der Mangel an wirtschaftlichen Ressourcen

Dr. Haslam behauptet, dass in den NKT Zentren Menschen gebeten wurden, ihre Unterkunft kurzfristig zu verlassen. Sie behauptet auch, dass, wenn das Stipendium einer gesponserten Person nicht gut endete, diese solange schikaniert wurde, bis sie das Zentrum verließ, weil sie als Last und nicht mehr als Nutzen angesehen wurde. Wann immer diese unfreundlichen oder wechselseitigen Beziehungen stattgefunden haben, müssen sie benannt und gemeldet und/oder mit den Managern geklärt werden. Manager und Lehrer in NKT Zentren werden ermutigt, einen jeden wertzuschätzen und nicht dem Trugschluss des „größeren Wohls“ auf Kosten des Einzelnen zu verfallen.

Manchmal werden Menschen gebeten, Zentren zu verlassen, weil sie Disharmonie oder Unzufriedenheit verursachen und man nicht auf andere Weise damit umgehen kann. Dies ist in jeder Organisation absolut vernünftig, obwohl es bedauerlicherweise bei denjenigen, die aufgefordert werden zu gehen, zu Ärger führen kann.

Dr. Haslams Formulierung „Viele ‘Survivors’ nehmen einen ‘Sektenwechsel’ zu anderen buddhistischen Organisationen vor” deutet darauf hin, dass Dr. Haslam auch andere buddhistische Traditionen als Sekten betrachtet.

  1. Angebliches Gaslighting und Rufmord an ehemaligen Mitgliedern und Informanten

Dr. Haslam behauptet, dass Menschen, die ein Dharmazentrum verlassen, anschließend Rufmord durch die Managern erfahren. Es gibt keinen festgelegten Zeitraum, um ein Dharmazentrum zu besuchen oder dort zu leben, und die Menschen kommen und gehen ständig, abhängig von allen möglichen persönlichen Umständen und Wünschen. Unabhängig davon, warum Menschen gehen, wollen diejenigen, die bleiben, oft zu Recht wissen warum. Wenn sie die Umstände erklären müssen, dürfen die Manager diese Person natürlich nicht kritisieren oder herabsetzen. Dies scheint kein häufiges Problem zu sein, aber wenn es doch vorkommt, bedauern wir es.

  1. Die Neue Kadampa Tradition und ihre Vertreter sind mutmaßlich Narzissten

Dr. Haslam erhebt in ihrem Bericht mehrmals den Vorwurf, dass die NKT und ihre Vertreter „narzisstisch“ seien. Der Buddhismus erklärt, dass alle Lebewesen unter einem Geisteszustand leiden, der “Selbstwertschätzung” genannt wird, in dem wir uns selbst und unser eigenes Glück und unsere Freiheit für wichtiger halten als das Glück und die Freiheit aller anderen. Dies ist etwas, dessen sich buddhistische Praktizierende sehr bewusst sind und was sie zu überwinden versuchen. Die ganze Praxis des Kadampa Buddhismus – Weisheit und Mitgefühl – ist ein Gegenmittel gegen Narzissmus.

Darüber hinaus wird, wie in einer demokratischen Organisation üblich, ein Leiter, der sich missbräuchlich, narzisstisch oder autoritär verhält, seines Amtes enthoben.  

  1. Die angebliche Bedrohung von Leben, Gesundheit, Ruf und Lebensgrundlage (“Freiwild”) durch langjährige NKT Mitarbeiter

Dr. Haslam berichtet, dass ehemalige NKT Praktizierende Folgendes gemeldet haben:

  • Todesdrohungen (z. B. indem ihre Eltern Beerdigungsbroschüren mit ihren Namen erhielten)
  • Persönliches Stalking durch aktuelle Mitglieder
  • Rechtliche Drohungen (z. B. Gary Beesley, Oxford University Press, Ashgate, Inform, Dr. Haslams Arbeitsplatz)
  • Drohungen, ihren Ruf durch „Indy Hack“ zu ruinieren, um ihre Lebensgundlage zu zerstören und ihre Aussage zu diskreditieren
  • Propaganda, die von „Indy Hack“ auf seiner Website und seinem Twitter Account verbreitet wird (Tenzin Peljor, Carol McQuire, Kieran Atkins)
  • Hacking der Twitter Konten von “Survivors” und Versuche, Tweets von “Survivors”  zu verbieten
  • Zugang zu psychosozialen Diensten sabotieren

Die NKT hat derartige Aktivitäten nie angestiftet oder gebilligt.

Drohungen mit dem Rechtsweg  sind nach britischem Verleumdungsrecht völlig gerechtfertigt, wenn bekannt wird, dass eine Person plant, verzerrte Ansichten über die Tradition zu veröffentlichen und das Wesen und den Zweck der NKT zu diffamieren, denn jeder hat das Recht, seinen Ruf rechtlich zu verteidigen.

Persönliche Drohungen sind nicht akzeptabel. Kein aufrichtiger Praktizierender des Kadampa Buddhismus sollte solche Drohungen aussprechen – das ist ein Widerspruch zu dem, wofür der Kadampa Buddhismus eintritt und steht. Es ist schwer zu glauben, dass ein Kadampa Buddhist solche Handlungen ausüben würde. Wenn dies geschehen ist, ist dies zutiefst bedauerlich und die NKT wird alles in ihrer Macht stehende tun, um diese Art von Verhalten zu stoppen.

Indy Hack ist kein Kadampa Buddhist. Das hat er selbst sehr klar gemacht. Seine Meinungen sind seine eigenen.

Abschließend berichtet Dr. Haslam über ihre Erfahrungen mit einem „Dr. Robert Harrison“. Wir wissen nicht, wer diese Person ist. Dr. Harrison hat nicht mit unserem Wissen oder unserer Zustimmung gehandelt. Dr. Harrison selbst sagt, dass er nichts mit der NKT zu tun hat. Seit Dr. Haslam über diese Erfahrungen berichtet hat, war die NKT nicht in der Lage, etwas über ihn herauszufinden.

Ohne zu wissen, wer diese Person ist, nimmt Dr. Haslam leider an, dass Dr. Harrison ein NKT Mitglied ist (ohne Beleg dafür) und beschuldigt die NKT, sie aufgrund ihres Berichts als „Freiwild“ zu betrachten. Dr. Harrison seinerseits sagt, dass er ein klinischer Psychologen-Kollege  ist, der über ihre scheinbare Obsession und deren Auswirkungen auf ihre Patienten besorgt ist. Doch wer auch immer er ist und was auch immer seine Beweggründe sind, die NKT ist weder eingeweiht noch steht sie hinter seinen angeblichen Versuchen, Cyberstalking zu betreiben, psychischen Schaden anzurichten oder ihre Entlassung aus ihrem Job zu erreichen.

Die NKT bedauert sehr zu hören, dass Dr. Haslam auf diese Weise behandelt wurde, muss sich aber auch gegen ihre ungerechtfertigte Behauptung verteidigen, dass es die NKT war, die dies getan hat.

  1. Angebliche psychische Probleme nach dem Austritt

Buddha ShakyamuniSchließlich berichtet Dr. Haslam, dass ehemalige NKT Mitglieder seit ihrem Verlassen der Tradition psychische Leiden erfahren haben, z.B. posttraumatische Belastungsstörung (PTSD), Trauer, Einsamkeit, Isolation und andere psychische Probleme. Sie berichtet auch, dass verschiedene Wahrnehmungsmarker schlechte Erinnerungen und ein Wiedererleben vergangener Traumata auslösen würden. Die Unterstellung, die ohne jeden Beleg vorgebracht wird, ist, dass die NKT eine Sekte ist und daher für all diese Leiden verantwortlich. Das ist jedoch eine falsche Prämisse. Trauer und Einsamkeit entstehen aus vielen unterschiedlichen Faktoren, die das Verlassen einer Tradition, in der diese ehemaligen Mitglieder enge Freunde hatten und sich wirklich umsorgt fühlten, einschließen können oder auch nicht. Alle Begründungen, warum die NKT keine Sekte, sondern eine legitime buddhistische Tradition ist, entnehmen Sie bitte den anderen Artikel auf dieser Seite.